Da ich mit Google Analytics arbeite und in letzter Zeit immer öfters auf das Thema angesprochen werde, möchte ich mich in diesem Beitrag über die Messdifferenzen beim Tracking mit Google Analytics befassen. Web Analytic Services sind keine Statistiktools, deren Werte man für bare Münze nehmen kann, sondern enorm mächtige Trendtools und die Grundlage für erfolgreiches Online Marketing. Messdifferenzen im Web sind System immanent und an sich kein Problem, wenn man weiß was dahintersteckt.
So gelten ca. 20 % Abweichung als Usance in der Online-Branche. Ist die Abweichung größer wird das Problem gesucht und nochmal nachverhandelt. Viele Goolge Analytics Nutzer dürfte aber aufgefallen sein, dass die Abweichungen der Ergebnisse manchmal größer sind. Warum ist das so?
1. Publisher messen anders als Werbekunden
Ganz grundsätzlich misst der Online-Bewerbepartner (Publisher) etwas anderes als der Werbekunde. Während der Publisher Klicks auf das Werbemittel (Banner, Sitelink, Link) misst, wird beim Werbepartner die geladene Webseite gemessen, da der Analytics Tracking Code am Ende der Seite eingebaut wird.
Wie funktioniert Google Analytics?
Google Analytics trackt mittels Verpixelung bzw. Tagging. Hier werden die Seitenzugriffe mittels eines Code-Snippets innnerhalb der Webseite gemessen. Es findet ein Datenaustausch zwischen einer Webseite und einem Google-Server statt. In den meisten Fällen wird dies mit JavaScript und Cookies gelöst, so z.B. auch bei Google Analytics.
Auf dem Weg vom Klick auf das Werbemittel bis zur geladenen Webseite und dem Google Server können nun jede Menge Hürden und Hindernissen liegen:
1. Hat der Besucher eine Webseite JavaScript oder Cookies ausgeschaltet, wird der Traffic von Google Analytics nicht gemessen. In den USA haben ca. 10% der Surfer JavaScript deaktiviert.
2. Sicherheitssoftware blockt Google Analytics manchmal.
3. Unvollständiges Tracking auf der Zielseite, kein oder ein fehlerhafter Trackingtag bzw. mehrere Javscripts machen Probleme
4. Die Werbemittel sind nicht richtig vertaggt, verschieden Werbemittel haben unterschiedliche Tags. In Analytics müssen nun mehrere Referrer adiert werden. Was manchmal leicht übersehen wird.
5. Die Webseite war temporär nicht erreichbar
6. Der Goolge-Analytics Server war nicht verfügbar, somit auch keine gezählten Klicks
7. Basieren die Traffic Analysen auf IP-Adressen, werden die Besucher Ihrer Seiten, welche via Modem (Dial Up) auf Ihre Seiten zugreifen, immer und immer wieder gezählt, da sich die IP Adresse bei jedem Einwählen ändert. Ein auf Cookies basiertes System erkennt wiederkehrende Besucher, so dass diese nur einmal gezählt werden, folglich werden weniger Besucher verzeichnet.
8. Goolge Analytics unterscheidet Suchmaschinen-Bots und Spiders von „menschlichen“ Webseiten-Besuchern. Viele andere – auch kostenpflichtige – Programme behandeln einen Suchmaschinen-Bot genau gleich wie einen normalen Surfer.
9. Es ist immer ein Kampagnentracking zu empfehlen, der reine Referrer ist zu ungenau.
Sie haben nun einige Hürden kennen gelernt. Tretten mehrere Probleme gleichzeitig auf, können natürlich enorme Differenzen entstehen. Aus meiner Sicht ist Google Analytics ein enorm mächtiges Tool, das für die Anforderungen der Hotellerie völlig ausreicht. Kostenlos und einfach einzurichten aber nicht gratis. Für die Anpassung und Einrichtung von Conversionzielen, E-Commerce Tracking und Profilen wird schon eine ordentliche Agenturleistung fällig. Mit Sicherheit ein gutes Investment. Im nächsten Beitrag werde ich auf die Erfolgsbewertung von Online Marketing Kampagnen eingehen.
Siehe auch: AdSpace: Google Analytics, gratis vs. kostenpflichtig
Weitere Informationen finden Sie auch auf der Google AdWords Hilfe:
Warum gibt Google Analytics andere Werte aus als bestimmte andere Webanalyse-Lösungen?
wenn man nicht gerade Werbung auf Basis des Trackings verkaufen möchte, ist Analytics ein tolles Tool. In erster Linie geht es doch um Vorher / Nachher Messungen um zu sehen was haben Änderungen oder Aktionen gebracht. Keyword Tracking um zu sehen ob man die richtige Zielgruppe erreicht. a.s.o.
Manche alternativen Open Source Tools, die man auf eigenen Servern installiert messen oft auch nicht genauer, sie bringen nur andere Ergebnisse.